Antiquarium der Residenz München

Vom Marktflecken zur Residenzstadt

Stadttouren

Staunen Sie über…

Entdecken – Erfahren – Erholen…

Gedanken zum Tag …

Schönheit liegt immer im Auge bzw. Gehirn des Betrachters. Das Empfinden von Schönheit ist ein sehr komplexes Themengebiet, das von vielen Faktoren abhängt:

Kurzinfo… Los geht’s… 😊

Ausgangspunkt:Ihr Hotel in München
Endpunkt:Ihr Hotel in München
Wegbeschaffenheit:geteerte Straße
Streckenlänge:4 km
Dauer:4 Stunden 
Kontakt:Frank Marx | +49 151 524 77738
Sprachen:Deutsch und Englisch
VerpflegungsmöglichkeitJa
Toiletten:Globetrotter, Isartorplatz 10
Eataly, Viktualienmarkt 15, UG

Sendlinger Tor

Wenn man heute in eine Stadt fährt oder hineingeht, erkennt man am Ortsschild, dass man die Stadtgrenze überschritten hat. Im Mittelalter dagegen musste man das Stadttor passieren. Hier fand die Zutrittskontrolle statt. Arme, Bettler, Kranke, Unfreie und alte Menschen, die nicht dem Stadtrechtbereich angehörten, konnten abgewiesen werden. Die Stadtbefestigung, die nicht nur aus einer, sondern mehreren Mauern, Gräben, Bastionen und einer Wallbefes tigung bestand, grenzte die Stadt vom Lande ab, erlaubte Zölle zu erheben, diente als Schutz um der Stadt Sicherheit zu gewähren und um die Herrschaft des jeweiligen Herzogs bzw. Königs eindrucksvoll darzustellen.

Die verwendeten Backsteine wurden als zweischalige Ziegelmauer aufgebaut. Das bedeutet, das zwei Mauern in einem geringen Abstand voneinander aufgezogen wurden. Der so entstehende Zwischenraum wurde mit einer Mischung aus Kies und Mörtel ausgegossen. Insgesamt hatte die Mauer nun eine Dicke von etwa 1,70 bis 2 Meter und war 5 bis 6 Meter hoch. Im Mittelalter blieb eine Stadt ohne Stadtmauer ein Dorf – für die Pläne von Heinrich dem Löwen war es jedoch erforderlich, dass München die Anerkennung als Stadt erhielt.

Im Rahmen der großen Stadterweiterung durch Ludwig den Bayern entstand 1285 bis 1337 eine zweite Stadtbefestigung, in deren Rahmen das Sendlinger Tor errichtet wurde. Das Sendlinger Tor ist eines von drei erhaltenen Toren in der Münchner Altstadt und war Teil der zweiten Stadterweiterung des frühen 14. Jahrhunderts. Durch fünf Tore konnte man in die Stadt gelangen. Das Sendlinger Tor in München ist das südliche Stadttor der historischen Altstadt. Ein Highlight ist der Brunnen am Sendlinger-Tor-Platz. Die Anlage und ihr Becken haben einen Durchmesser von über 18 Metern und erstrecken sich auf eine Fläche von 320 Quadratmetern. Fünf Fontänen, die eine Höhe von ca. 3,50 Meter erreichen, gruppieren sich um eine sechste in der Mitte.

Karlsplatz – Stachus

Karlsplatz – liebevoll „Stachus“ genannt. Einer der wichtigsten Plätze in München heißt offiziell Karlsplatz. Einheimische nennen diesen Platz liebevoll „Stachus“. Es ist wohl weltweit einzigartig, dass ein bestimmter Ort nur mit seinem Spitznamen im Stadtplan eingetragen ist. Der Karlsplatz liegt an einer Stelle, über die im Mittelalter die Salzstraße führte, die Herzog Heinrich der Löwe von Föhring nach München verlegt hatte. Die Münchner verdanken ihre Existenz und den Wohlstand dieser Entscheidung.

Stachus mit Justizpalast und Brunnen
Stachus mit Justizpalast

Unter der Oberfläche des Stachus befindet neben S- und U-Bahn das größte Untergrundbauwerk Europas – ein Einkaufszentrum. Somit befinden sich unter der Oberfläche Katakomben von enormer Dimension. 350 Meter lang, 150 Meter breit. Vier Voll-Stockwerke, das fünfte ein Teilgeschoss, das sechste ein kleinerer Bereich für die Grund- und Abwasseranlagen.

Der Lade Hof im zweiten Untergeschoss ist 3,4 Meter hoch, es können somit auch 16-Tonner für die Belieferung der Läden dort rein. Im dritten und vierten Untergeschoss sind neben Werkstätten auch das Stachus Parkhaus mit 700 Stellplätzen untergebracht.

Knapp 100.000 Quadratmeter Fläche, Rohre und Gänge. Das sind 13 Fußballfelder… 500.000 Kubikmeter umbauter Raum entsprechen 800 Einfamilienhäusern. Allein die Fluchtwege messen 7,5km. Die wichtigste Einkaufsstraße von München ist ohne Zweifel die Fußgängerzone zwischen dem Karlsplatz (meist Stachus genannt) und dem Marienplatz.

Justizpalast

Justizpalast mit Neptunbrunnen
Justizpalast mit Neptunbrunnen

Im Stil des Neobarock gebaut, gehört der Justizpalast mit seiner 67 Meter hohen Glaskuppel zu Deutschlands schönsten Justizgebäuden. Er wurde in den Jahren 1890 bis 1897 nach Plänen des Münchner Architekten Friedrich von Thiersch im Stil des Neobarock errichtet. Mit seiner majestätischen Glaskuppel dominiert der Justizpalast das Stadtbild am Karlsplatz.

Zwischen beeindruckenden Treppenbauten und drei großen Rundbogenfenstern finden gelegentlich Ausstellungen mit einem Bezug zur Justiz statt. Der Justizpalast selbst hat 1943 traurige Berühmtheit durch die Prozesse gegen die Weiße Rose erlangt. Die NS-Widerstandsgruppe um Hans und Sophie Scholl fand hier durch einige Todesurteile ihr Ende. Im Saal des ersten damaligen Prozesses erinnert heute eine Dauerausstellung an die Prozesse.

Alter Botanischer Garten

Entworfen hat den Alten Botanischen Garten der Landschaftsarchitekt Friedrich Ludwig von Sckell, 1812 war das Gelände fertiggestellt. Anlässlich der Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung 1854 ließ Maximilian II. auf dem Areal des Alten Botanischen Gartens ein Ausstellungsgebäude durch den Architekten August von Voit errichten. Da das Gebäude nur aus Glas und Stahlträgern (mit einem Gesamtgewicht von über 1700 Tonnen) bestand, wurde er als Glaspalast bezeichnet.

Alter Botanischer Garten mit Neptunbrunnen
Alter Botanischer Garten mit Neptunbrunnen

Innerhalb von nur 6 Monaten wurde der Palast aus genormten Teilen erstellt. Das auf einem symmetrischen Grundriss errichtete Gebäude hat ein bis zwei Stockwerke, war 237 Meter lang, bis zu 25 Meter hoch und bis zu 67 Meter breit. 1931 brannte das Bauwerk aus, die Ursachen liegen im Dunklen. Über 3000 Gemälde wurden zerstört. Der Neptunbrunnen, der sich auf der Höhe des Justizpalasts befindet, bildet das Herzstück des Alten Botanischen Gartens. In der Achse des Justizpalastes setzte der Architekt Oswald Bieber das Bassin. In dessen Mitte schuf Josef Wackerle im Zuge der Umgestaltung des Parks 1937 einen Skulpturenbrunnen. In Anlehnung an Michelangelos David schultert Neptun seinen Dreizack.

Wittelsbacher Brunnen

Eine der schönsten Brunnenanlagen Münchens, eine städtebaulich wie bildhauerisch gelungene Arbeit des Klassizismus mit antiken Elementen von Adolf von Hildebrand, ist der Wittelsbacher Brunnen auf dem heutigen Lenbachplatz. Die beiden Hauptgruppen, zur Linken der Steine werfende Mann auf seinem Wasserpferd sitzend, vergegenwärtigt die zerstörerische Kraft des Wassers, und zur Rechten die Wasserstierreiterin, die Sanfte, mit ihrer großen Schale, vermittelt die aufbauende Kraft des Wassers.

Aus Anlass der Errichtung und Fertigstellung der neuen Münchner Wasserleitung fällte man den Entschluss zur Ausschmückung auf dem damals noch zum Maximiliansplatz gehörigen Teilstück, dem heutigen Lenbachplatz, eine Brunnenanlage zu platzieren. Das Brunnenmonument wurde am 15. Juni 1895 feierlich eingeweiht.

Hintergrund: Im 19. Jahrhundert gleicht München einer öffentlichen Latrine. Überall wird Gülle gelagert oder entsorgt, die Menschen leiden unter Typhus und Cholera. Max von Pettenkofer beschließt etwas zu ändern. Er macht aus Hygiene eine Wissenschaft. Das Problem Münchens seinerzeit, ist seine fehlende Historie. Während deutsche Städte mit starker römischer Prägung zumindest Ansätze von Latrinen und Wasserleitungskonzepten vorweisen können, ist die bayrische Königsresidenz schlicht zu jung.

In München gibt es kein fließendes Trinkwasser, Abfall und Abwasser werden auf die Straße geschüttet, Fäkalien werden an großen Plätzen gesammelt und von den Bauern der Umgebung auf deren Felder transportiert. Pettenkofer erkennt: Die Stadt muss sauberer werden. Er macht aus der Hygiene eine Wissenschaft, erforscht die Lebensumstände der Menschen und kommt zu dem Ergebnis, dass eine Verbesserung dieser Umstände Aufgabe der Stadt ist. Für München schuf er die erste Kanalisation und eine zentrale Trinkwasserversorgung.

Obelisk am Karolinenplatz

Der künstlerische Entwurf des Obelisken stammt, wie der vieler Münchner Bauwerke, von Leo von Klenze. Die am 29 Meter hohen Bauwerk angebrachten Inschriften spiegeln die engen und auch wechselvollen Beziehungen zwischen Bayern und Frankreich im frühen 19. Jahrhundert wider. Als Mitglied des Rheinbunds war Bayern 1812 verpflichtet 30000 Soldaten für Napoleons Russlandfeldzug zu stellen. Von diesen kehrten nur 2000 wieder zurück. Viele der Toten waren nicht im Kampf gefallen, sondern starben an den hundsmiserablen Rahmenbedingungen des Kriegsgeschehens.

100.000 Soldaten der Armee Napoleons waren in Gefangenschaft geraten, viele davon starben an ihren Verwundungen, Krankheiten oder erfroren auf dem Marsch in die Gefangenschaft. Die überlebenden Gefangenen wurden von Russland bis zum Jahr 1814 freigelassen. Als Maximilian I. Joseph 1806 das Bündnis mit Napoleon einging, wollte er die für die 40.000 Münchner zu klein gewordene Stadt endlich vergrößern. Den neu gegründeten Stadtteil nannte er nach sich selbst und machte den Karolinenplatz, dem er den Namen seiner Frau gab, zum Knotenpunkt des neuen Viertels.

Karoline, Königin des neu proklamierten Königreichs Bayern, war die erste protestantische Königin auf dem Thron Bayerns.

König Ludwig I. von Bayern war ein leidenschaftlicher Kunstsammler. Bis zum frühen 19. Jh. kamen durch Erbfolge die Wittelsbachischen Sammlungen aus Mannheim, Düsseldorf und Zweibrücken nach München. Die Säkularisation brachte einen Zuwachs an religiöser Kunst aus bayerischen Klöstern. König Ludwig I. holte Hauptwerke italienischer Malerei nach München.

Alte Pinakothek

Alte Pinakothek
Alte Pinakothek

Um 1820 entschied er, seine Schätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und beauftragte seinen Hofarchitekten Leo von Klenze mit dem Entwurf einer würdigen Kunstgalerie. 

Leo Klenze gestaltete sein Meisterwerk prunkvoll und funktional zugleich: große, durch Oberlicht beleuchtete Säle werden perfekt durch Kabinettzimmer auf der Nordseite ergänzt.

Über 700 Gemälde sind in der Alten Pinakothek ständig ausgestellt. Die Namen der ausgestellten Maler dürften allen Kunstfreunden ein Begriff sein: Cranach, Altdorfer, Dürer, Botticelli, da Vinci, Raffael, Tizian, Rembrandt, Rubens. Ein Höhepunkt ist der Rubenssaal mit seinen über sechs Meter hohen Gemälden. In der Alten Pinakothek ist die Entwicklung der Kunst vom Mittelalter über die Renaissance und das Barock bis zum ausgehenden Rokoko zu bewundern. Den zeitlichen Rahmen beschließen Werke italienischer, französischer und spanischer Maler des 17. und 18. Jh.

Neue Pinakothek

Oberlichter Neue Pinakothek
Oberlichter Neue Pinakothek

Gründer ist König Ludwig I. von Bayern, der das 1853 eröffnete Museum für seine aus Privatmitteln erworbene Sammlung von Werken zeitgenössischer Künstler errichten ließ. Die Pläne zum Bau stammten von Friedrich von Gärtner und August von Voith.  Interessanterweise war Ludwig I zu dieser Zeit nicht mehr König, er hatte 1848 abgedankt.

Zu ihrer Eröffnung war die Neue Pinakothek die erste Sammlung „moderner“ Kunst weltweit. Sie zeigt etwa 400 Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts vom Klassizismus bis zum Jugendstil. Zu den besonderen Highlights gehören die Gemälde der deutschen Romantik und des französischen Impressionismus, darunter Werke von Caspar David Friedrich und Edouard Manet. Sie bildete den Gegenpol zu den Alten Meistern, die seit 1836 in der Alten Pinakothek ausgestellt waren.

Deutsche Impressionisten wie Liebermann und Corinth hatten ebenso ihren Platz wie die französischen Impressionisten um Degas, Monet, Manet und Renoir. Letztere gelangten durch eine großzügige private Spende in die Neue Pinakothek. Für die Vorreiter der Moderne standen Werke von Gauguin, van Gogh oder etwa Cézanne. Durch eine stetige Vermehrung der Bestände durch Stiftungen und Erwerbungen zählt die Neue Pinakothek heute zu den bedeutendsten Museen zur Kunst des 19. Jahrhunderts weltweit.

Königsplatz („Isar – Athen“)

Klassizistisches Gebäude mit Säulen und Giebeldach
Glyptothek in München

Keiner krempelt München so gründlich um wie Ludwig I.  Bayern ist seit 1806 Königreich von Napoleons Gnaden. Ludwig I. schwebt für seinen Herrschaftssitz eine repräsentative Residenzstadt von europäischem Rang vor: „Ich will aus München eine Stadt machen, die Teutschland so zur Ehre gereichen soll, dass keiner Teutschland kennt, wenn er nicht München gesehen hat.“ Der Königsbau der Residenz orientiert sich am Palazzo Pitti des Renaissance-Florenz, das Königsplatz-Ensemble am antiken Griechenland. Ludwig I. schafft sich ein „Isar-Athen“ – mehr nach seinem persönlichen Geschmack zusammengestellt als in historisch zwingendem Kontext.

Bei den Münchnern hält sich die Begeisterung über Ludwigs Bauwut in Grenzen. Zu jener Zeit grassierende Wohnungsnot schreit nach anderen Plänen. Manche seiner Projekte sind auch stadtplanerisch umstritten: So beschwört die klassizistische Ludwigstraße zwar Florenz und Rom herauf, aber sie bleibt zunächst Fassade, die vor Funktion geht. Wichtig ist dem Regenten die Wirkung auf den Betrachter, für so manches Gebäude muss der Zweck erst im Nachhinein gefunden werden.

In der Maxvorstadt geben sich Siegestor, Königsplatz, Pinakotheken und die Universität die Hand. Kunst, Kultur und Bildung – was das Viertel schon bei seiner Entstehung prägte, gilt auch heute noch.

Lenbachhaus

Mit Malerfürsten (auch als Münchner Malerfürsten) werden in München drei als in der Malerei sehr bedeutend eingeschätzte Professoren an der Akademie der Bildenden Künste tituliert: Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Friedrich August von Kaulbach.

Lenbachhaus mit Kugel auf Zaun
Lenbachhaus

Lenbach widmete sich bald nur noch der Porträtmalerei und die wichtigsten Persönlichkeiten der Zeit saßen ihm Modell: Kaiser, Könige, ein Papst und die wichtigsten Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Lenbach prägte im späten 19. Jahrhundert den Mythos von München als Kunststadt entscheidend mit. Franz von Lenbach hatte einen Palast im Sinn, als er beschloss nahe dem prunkvollen Königsplatz eine Villa zu errichten. Zwischen 1887 und 1891 entstand das in L-Form angelegte Gelände, bestehend aus einem Atelierflügel und einem Wohntrakt. Der historische Garten vor dem Gebäude ist an die italienische Renaissance angelehnt.

In diesem Prachtbau wurde verwirklicht, was zu Lenbachs Zeit unter der Residenz eines „Malerfürsten“ verstanden wurde. Damit konnte er selbst höchsten Gästen gerecht werden: Fürst Bismarck zum Beispiel, dessen öffentliches Bild Lenbach durch seine zahlreichen Porträts geprägt hatte, nahm anlässlich seines Besuchs 1892 auf dem Balkon der Villa die Ovationen der Münchner Bevölkerung entgegen.

Dank einer umfangreichen Schenkung Gabriele Münters im Jahr 1957, können Besucher der Galerie die weltweit größte Sammlung an Kunstwerken des „Blauen Reiter“ bestaunen. Alle bekannten Künstler des Künstlerkreises des „Blauen Reiter“ sind hier vertreten: Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Alexej Jawlensky, Marianne von Werefkin, Franz Marc, Paul Klee, August Macke und viele andere.

Siegestor

Siegestor mit Quadriga im Abendlicht
Siegestor mit Quadriga

Als die Bauarbeiten für die neue, nach ihrem Bauherrn König Ludwig I. benannte Prachtstraße Mitte des 19. Jahrhunderts begannen, war Schwabing noch ein Dorf. Jenseits des Siegestors lagen Felder und Wiesen. Der Triumphbogen ist das Pendant zur Feldherrnhalle am Odeonsplatz, beide wurden vom König bei seinem Hofarchitekten Friedrich von Gärtner in Auftrag gegeben. Vorbild für das Tor war der Konstantinbogen in Rom. Wie die Feldherrnhalle ließ Ludwig I. auch das Siegestor zu Ehren des Bayerischen Heeres errichten. Die Inschrift auf der Schwabinger Seite des Tores erzählt noch heute von dieser Widmung, wie auch die Bildmotive der Reliefs mit ihren Kampfszenen.

Das Bauwerk aus gelblich weißem Kalkstein – der Grundstock und Unterbau ist aus Ziegeln gefertigt – erhebt sich zwischen der Pappelallee, ähnlich dem Triumpfbogen des Constantinus in Rom und schließt hier die Perspektive der prächtigen Ludwigstraße und bildet den Übergang hinein nach Schwabing. Die Breite des Baues beträgt 24 Meter, die Höhe bis zur Plattform 20,70 Meter, das Gewicht der Quadriga beträgt 22 Tonnen.

Hoch oben auf dem Tor sieht man eine große, bekannte Skulptur: Die Quadriga – ein Viergespann, das aus Löwen besteht. Üblicherweise sind Quadrigas natürlich Pferdegespanne, die vier Löwen auf dem Siegestor dürften ziemlich einmalig sein. Andere bekannte Quadrigas auf Toren findet man beispielsweise auf dem Arc de Triomphe du Carrousel in Paris, auf dem Wellington Arch im Hyde Park in London oder auf dem Monumento a Vittorio Emanuele I in Rom.

Theatinerkirche

Theatinerkirche mit Tambourkuppel
Theatinerkirche mit Tambourkuppel

Die Theatinerkirche verdankt ihre Entstehung der Einlösung eines Gelübdes. Henriette Adelaide von Savoyen, Frau des bayrischen Kurfürsten Ferdinand Maria, wollte zu Ehren Ihres Schutzpatrons St. Kajetan die schönste und wertvollste Kirche errichten, falls Sie einen Sohn zur Welt brächte. Diese sollte Hofkirche und Stiftskirche für die Theatiner werden. 1662 wurde Erbprinz Max Emanuel geboren, ein Jahr später der Grundstein der Kirche gelegt.

Als Bauplatz für Kirche und Kloster wurde die Nordostecke des Kreuzviertels, direkt an die Stadtmauer und Schwabinger Tor ausgewählt, die gegenüber der Residenz liegt. Architekt Agostino Barelli nahm sich die Mutterkirche des Theatinerordens Sant‘ Andrea della Valle in Rom zum Vorbild, wurde aber nach heftigen Streitigkeiten nach Fertigstellung des Rohbaus von Enrico Zuccalli abgelöst und verließ München.

m Innenraum der Theatinerkirche findet sich der italienische Baustil in Form des Hochbarock wieder. Den Raum schmückt ein weißes Stuckdekor, an dessen Herstellung ab 1674 Lorenzo Petri und Giovanni Viscardi arbeiteten. Am Hochaltar kann man eine Arbeit des Rubens-Schülers Casper de Caryer besichtigen, welche die thronende Maria im Kreise der Heiligen darstellt.

Zuccali bestimmte der Form des 71 Meter hohen Tambourkuppel mit einem Durchmesser von knapp 18 Metern und später auch die eigenwilligen 65 Meter hohen Türme. Das Platzangebot in der Kirche beläuft sich auf 400 Sitzplätze. Vollendet wurde die Kirche erst nach 105 Jahren Bauzeit. Aufgrund Ihrer Funktion als Hofkirche besitzt die Kirche eine Fürstengruft und ist neben Kirche St. Michael und dem Frauendom eine der wichtigsten Grabstätten der Wittelsbacher.

Friedensengel

Der Friedensengel erinnert an den Friedensschluss nach Ende des Deutsch-Französischen Krieges 1871. 25 Jahre nach Ende des Kriegs wurde 1896 der Grundstein für das Denkmal gelegt. Die vier Meter große Statue des Friedensengels steht auf einer 38 Meter hohen Säule. Die Säule thront auf einem Tempel, der mit vier Mosaiken und von steinernen Figuren geziert wird. 

Friedensengel bei Nacht beleuchtet
Friedensengel bei Nacht beleuchtet

Die Prinzregentenstraße mit ihren Prachtbauten wie dem Bayerischen Nationalmuseum und dem Haus der Kunst bildet eine Sichtachse bis zum Prinz-Carl-Palais.

Der sechs Meter hohe Goldengel hält in der rechten Hand einen Ölzweig als Sinnbild für den Frieden. In der linken Hand trägt er ein Abbild der Göttin Athene, die für Kampf und Weisheit steht. Der Friedensengel, der ja in eigentlichen Sinn keine Engel ist, sondern ein Friedensgenius, wird als die Siegesgöttin Nike nach dem Vorbild von Panaios dargestellt.

In der rechten Hand hält sie den Ölzweig als Symbol des Friedens, in der linken das „Palladion“ (ein Standbild der Pallas Athene als Städtebeschützerin), die Göttin der Weisheit und des Kampfes, so auch der Kriegstaktik und der Strategie. Dem damaligen Zeitgeist entsprechend wurde der Krieg und der Sieg als Voraussetzung für Frieden und Wohlstand gesehen.

Der acht mal acht Meter große Tempel darunter zeigt vier Goldmosaike, auf denen Krieg, Sieg, Frieden und kultureller Segen dargestellt sind.

Maximilaneum, Nationalbau des Monarchen

Das Maximilianeum im Münchner Stadtteil Haidhausen ist seit 1949 Sitz des Bayerischen Landtags, Wohnstätte hochbegabter Studenten und zudem ein schöner Aussichtspunkt über die Stadt. Das von 1857 bis 1874 im Auftrag von König Maximilian II erbaute und nach ihm benannte Maximilianeum gilt als „Nationalbau“ des Monarchen. Schon als Kronprinz träumte Maximillian II von einem monumentalen Nationalbau im Zusammenhang mit der Erweiterung der Haupt- und Residenzstadt München nach Osten. Im Jahr 1857 legte er dann den Grundstein für das Maximilianeum, anfangs „Athenäum“ genannt.

Der Bau am Ende der Maximilianstrasse war von Anfang an auf Unverständnis der Bürgerschaft gestoßen und mit derbem Spott bedacht worden. 1864 ließ König Maximilian II., sieben Jahre nach Baubeginn, noch eine Planänderung vornehmen. Statt der geplanten Spitzbögen ordnete er Neurenaissancebögen an. Hosentürl-Gotik“ oder man sprach auch vom „Schamtuch“ für Haidhausen.

Maximilaneum mit Statue im Vordergrund
Maximilianeum mit Statue

Seit 1876 beherbergt das Maximilianeum die gleichnamige die Stiftung für besonders begabte, bayerische Studenten. Ziel der Stiftung ist es talentierte junge Männer – und seit 1980 auch Frauen – unabhängig von ihren standesgemäßen und finanziellen Ursprüngen zu fördern. Derzeit leben bei freier Kost und Logis im Maximilianeum 40 Stiftungsteilnehmer (jährlich werden sechs bis acht Plätze vergeben). Aufnahme finden „Einser-Abiturienten“.

Die lange Bauzeit resultiert aus den Schwierigkeiten, die sich durch die Hanglage des Baugrundes ergaben; mehrmals sackten die Fundamente ab und machten komplizierte Befestigungsarbeiten notwendig. Eine verkehrstechnische Rarität zeugt noch heute von der prekären Sicherheitslage des Maximilianeums: um seine Fundamente nicht unnütz zu erschüttern, darf ein Straßenbahnzug nur dann abwärtsfahren, wenn kein anderer gleichzeitig aufwärtsfährt.

Seit 1949 ist das bayerische Parlament Gast im Haus der Stiftung Maximilianeum. Der Bayerische Landtag zählt zu den obersten Staatsorganen und ist seit Aufhebung des Senats im Jahr 1999 die einzige Vertretung des bayerischen Volkes.

Müller’sches Volksbad

Müller'sches Volksbad mit Turmuhr
Müllersches Volksbad

Der neubarocke Jugendstilbau war bei seiner Fertigstellung 1901 das größte und teuerste Schwimmbad der Welt und das erste öffentliche Hallenbad der Stadt. Der Bau geht auf eine Spende des Münchner Ingenieurs Karl Müller an die Stadt München zurück, verbunden mit der Auflage, ein Bad für das „unbemittelte Volk“ zu errichten. Das Bad zählt mit seiner Architektur und Innenausstattung zu den schönsten Badehäusern Europas.

Der Architekt Carl Hocheder ließ sich nun bei der Gestaltung von vielfältigen Vorbildern inspirieren: römische Thermenanlagen wie barocke Sakralbauten, Hammams und Moscheen, all das zusammengehalten von zeitgenössischen Jugendstilelementen.

Zu den reichhaltigen barockisierenden Schmuckelementen im Innern gehören breite Treppen, die in die Becken hinab führen, Wandmalereien mit marinen Motiven, Stuck, eine Bronzestatue im Hauptbecken, verzierte Eisengitter und Holzbrüstungen ebenso wie aufwändig gestaltete Uhren.

Bis 1978 befand sich im Untergeschoss ein Hundebad, ebenso wie anfangs 86 Wannenbäder und 22 Brausebäder zur Verfügung standen. Nachdem sich Badewannen und Duschen im 20. Jahrhundert fast flächendeckend in Privathaushalten verbreiteten, legte das Bad diese Anlagen schließlich still, behielt ein ursprüngliches Wannenbad zu Demonstrationszwecken und richtete im Untergeschoss in weit bescheidenerem Umfang ein neues Wannen- und Brausebad ein.

Deutsches Museum

Die heutige „Museumsinsel“ in München war bis etwa 1900 unter dem Namen „Kohleninsel“ bekannt, da auf ihr seit dem Mittelalter Holz und Holzkohle gelagert wurden.

Deutsches Museum vor Ludwigsbrücke im Abendlicht
Deutsches Museum

Das Deutsche Museum ist eines der bedeutendsten naturwissenschaftlich-technischen Museen der Welt. Die thematische Bandbreite ist riesig: Von der Astronomie bis zur Meeresforschung, von der Nanotechnologie bis zum Bergwerk, von Uhren und Musikinstrumenten bis hin zur Pharmazie. Das Deutsche Museum versteht sich als Ort des aktiven Lernens, an dem auch Erwachsene ihre Neugier stillen können: hören und sehen, anfassen, ausprobieren und erleben!

Das „Deutsche Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik“ wurde 1903 gegründet. Initiator war Oskar von Miller. Das Museum dokumentiert anhand von rund 100.000 Objekten die historische Entwicklung von Naturwissenschaften und Technik.

Das Deutsche Museum war Vorbild für die Errichtung von technischen Museen weltweit. Jährlich verzeichnet das Deutsche Museum als weltweit größtes naturwissenschaftlich-technisches Museum rund 1,5 Mio. Besucher.

Residenz München

Residenz München mit Wittelsbacher Brunnen
Brunnenhof Residenz München mit Wittelsbacher Brunnen

Die Residenz war jahrhundertelang (1508 – 1918) ein politisches und kulturelles Zentrum des Landes und ist seit 1920 für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit etwa 130 Schau- und Sammlungsräumen rund um zehn Höfe ist sie heute eines der bedeutendsten Raumkunstmuseen Europas. Die Raumensembles aus den Epochen der Renaissance, des Frühbarocks, Rokoko und Klassizismus, vermitteln eindrucksvoll den Kunstsinn des Hauses Wittelsbach.

Die Prunkräume vermitteln einen imposanten Eindruck von der Wohnkultur und der fürstlichen Repräsentation vergangener Zeiten. Ganz besonders hervorzuheben ist das Antiquarium.  Der profane Saalbau ist 70 Meter lang und freistehend, was den Vorteil hat, dass das im Innern liegende Tonnengewölbe von zwei Seiten beleuchtet ist.

Der Neubau sollte ursprünglich die Antikensammlung von Herzog Albrecht V. und im zweiten Stock die Bibliothek beherbergen. Die mächtige Tonnenwölbung des Saales wurde mit 102 Ansichten von Städten, Burgen und Schlössern des damaligen Herzogtums Bayern gestaltet. Im Erdgeschoss kann man bis heute 300 Büsten aus der Sammlung Albrechts V. besichtigen.

Er gilt damit als der größte und prächtigste Renaissancesaal nördlich der Alpen.

In den zehn Ausstellungsräumen der Schatzkammer im Königsbau der Münchner Residenz eröffnen sich dem Besucher knapp zwei Jahrtausende Kunst- und Kulturgeschichte anhand von über 1200 Objekten. In weiser Voraussicht hatte Herzog Albrecht V. von Bayern anno 1565 verfügt, dass der Familienschatz unter keinen Umständen veräußert werden dürfe. Kurfürst Karl Theodor vergrößerte diese Sammlung im späten 18. Jahrhundert durch Überführung des „Pfälzer Schatzes“ nach München.

Im frühen 19. Jahrhundert, in dem noch die Kroninsignien des neu geschaffenen Königreichs und eine Reihe hervorragender mittelalterlicher Kunstwerke aus säkularisiertem Dom- und Klosterbesitz dazukamen, findet das geschichtliche Wachstum dieser Sammlung seinen vorläufigen Abschluss.

In seiner heutigen Größe gibt es den Hofgarten seit dem frühen 17. Jahrhundert: Kurfürst Maximilian I. ließ ihn von 1613 bis 1617 nach dem Muster italienischer Renaissancegärten anlegen. Damals durften jedoch nur Herzöge und Kurfürsten hier flanieren. Erst um 1780 machte Kurfürst Karl Theodor den Park auch der Öffentlichkeit zugänglich.

1615 errichtete Heinrich Schön den Pavillon, der durch seine acht Eingangsbögen die Aufteilung der Gartenfläche durch Kreuz- und Diagonalwege bestimmt. Bekrönt wird der Pavillon von einer Kopie der „Tellus Bavarica“, einer monumentalen Bronzefigur, welche die Reichtümer Bayerns (Getreide, Wild, Wasser, Salz) verkörpert.

Die bayerischen Monarchen des 19. Jahrhunderts mussten neue Wege finden, ihren Machtanspruch und die Bindung zwischen Fürsten und Untertanen zu begründen. Der Verweis auf die Dienste, die die Dynastie über Jahrhunderte hinweg der Nation erwiesen habe, zementierte ihren gegenwärtigen Anspruch auf die Führungsrolle im Staat.

Als ein wichtiges Mittel, diese zentrale Botschaft “unters Volk” zu bringen, sah Ludwig die monumentale Wandmalerei: Von Geschichtsbildern, klug verbunden mit religiösen und legendenhaften Stoffen, weithin sichtbar platziert im öffentlichen Raum, möglichst groß und mit möglichst witterungsbeständigen Farben ausgeführt, erhoffte er sich eine ebenfalls große und anhaltende pädagogische Wirkung auf den Betrachter.

Unter Leitung des Akademiedirektors und führenden Nazareners Peter von Cornelius machten sich dessen Schüler ab 1826, also unmittelbar nach Ludwigs Regierungsantritt, daran, die an den nördlichen Abschluss der Residenzanlage angrenzenden Arkaden auszumalen.

Kurfürst Max Joseph III. lässt seinerzeit ein Residenztheater bauen. Ab 1751 entsteht unter Leitung von Francois Cuvilliés am östlichen Rand der Residenz ein Theatersaal im Rokokostil. Das Theater ist Schauplatz vieler Barockopern, unter anderem findet dort die Uraufführung von Mozarts „Idomeneo“ statt.

Eines der sensationellsten Bauwerke Ludwigs II. war der monumentale Wintergarten auf dem Dach der Münchner Residenz. Das orientalische Dschungelparadies mit exotischer Flora und Fauna galt damals als Wunderwerk der Technik und Gartenbaukunst. Ludwig nutzte die „Himalaya-Landschaft“ als Rückzugsort und als Kulisse für Künstlervorträge.

An vielen Fürstenhöfen Europas kam ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine neuartige Eisen-Glas-Konstruktion zum Einsatz, um Palmenhäuser und tropische Paradiesgärten zu errichten. Vorbilder waren die gigantischen Glaspaläste der Weltausstellungen in London 1851 („Kristallpalast“) und Paris 1867. Ludwig II. hatte die gläserne Halle des Architekten Gustave Eiffel, des späteren Schöpfers des Eiffelturms, selbst bewundert, als er die Pariser Weltausstellung besuchte.


Viel Freude, viel Spaß.
Nach diesem Tag werden Sie sich fühlen, als ob Sie die Schule schwänzen würden.
Einfach toll.