Hakenkreuzfahnen an Gebäudefassade

München – Brutstätte der Nazis

Stadttouren

Staunen Sie über…

Option:

Entdecken – Erfahren – Erholen …

Gedanken für den Tag ….

Thanatourismus oder schwarzer Tourismus ist an sich keine schlechte Sache. Warum?

Kurzinfo… und Los geht’s … 😊

Startpunkt:Ihr Hotel in München
Endpunkt:Ihr Hotel in München
Streckenlänge:80 km (inkl. Dachau Konzentrationslager)
Untergrund: meist geteerte Straße und Schotterwege
Gesamtdauer:4 Stunden (Optional ca. 7 Stunden mit Guide)
Kontakt:Frank Marx | +49 151 524 77738
Sprachen:Deutsch und Englisch

Verpflegungsmöglichkeit:Snacks am Eingang Konzentrationslager
Barrierefreie Toiletten:diverse in München,
Konzentrationslager in Dachau

Gedanken zum Einstieg:

Der Titel „Hauptstadt“ war zwar schon an Berlin vergeben, aber Adolf Hitler erklärte München zur „Hauptstadt der deutschen Bewegung„. Er wusste warum. In München wurden die entscheidenden Weichen für den Aufstieg des Nationalsozialismus gestellt.

Hitlers Aufstieg zur Macht ist ohne München nicht denkbar. Eine nicht unberechtigte Frage – rein statistisch gesehen war Adolf Hitler 42 Jahre lang Österreicher, aber die Hälfte dieser Zeit lebte er in München. Er war insgesamt 32 Jahre lang als Staatsbürger gemeldet – als deutscher Staatsbürger aber nur die letzten 12 Jahre seines Lebens.

Hitlers schwarze Rhetorik – ein Teil des Systems

Rhetorik ist Macht. Hitler war ein Niemand, bevor er sein rhetorisches Talent entdeckte. Grundlegend für Hitlers Rhetoriktheorie war die Überzeugung, dass das gesprochene Wort in Sachen Führung dem geschriebenen überlegen sei. Seine wichtigsten Mittel dazu waren die folgenden:

(Quelle: Michelle Binswanger, Tagesanzeiger Schweiz)

Wirtschaftliche Lage

Die Wirtschaft der Weimarer Republik (Weimarer Republik ist die Periode der deutschen Geschichte von 1918 bis 1933) nach dem 1. Weltkrieg war trotz einiger Stärken vor allem geprägt durch:

Ermächtigungsgesetz (1933) – Behebung der „Not von Volk und Reich“  (nach Reichstagsbrand)

Mit all dem zielte das Regime letztlich darauf ab, die Wirtschaft kriegstauglich zu machen. Es schuf eine kriegstaugliche Regelung der Wirtschaft schon unter Friedensbedingungen, um sie nicht erst bei Kriegsausbruch nach dem Kriegswirtschaftsrecht umbauen zu müssen.

Hofbräuhaus

Bierkrug-Schrank der Stammgäste

Am Abend des 24. Februar 1920, vor 100 Jahren, wurde im imposanten Festsaal des Hofbräuhauses die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) gegründet.

Hitler und seine Mitstreiter veröffentlichten ihr 25-Punkte-Parteiprogramm, in dem sie unter anderem die „Aufhebung des Versailler Friedensvertrages“ und den „Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft für Juden“ forderten.

2.000 begeisterte Anhänger sollen dem zukünftigen „Führer“ in bierseliger Atmosphäre zugejubelt haben. Der Festsaal, wie er damals aussah, existiert heute nicht mehr. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Hofbräuhaus zu 70 Prozent zerstört.

Heute finden im schmucken Festsaal im Obergeschoss, der fast originalgetreu rekonstruiert wurde, 700 Personen Platz. Die politische Situation in München zwischen den beiden Weltkriegen war außerordentlich angespannt. Diese Konstellation bildete den Nährboden für die rechtsextreme Bewegung, deren Anführer Adolf Hitler wurde.

Feldherrnhalle

Rekruten vor der Feldherrnhalle – Fotografie von Heinrich Hoffmann. (Bayerische Staatsbibliothek, Bildarchiv hoff-11871)

 Zusammen mit Erich Ludendorff und seiner Sturmabteilung SA besetzte Adolf Hitler am 8. November 1923 den Bürgerbräukeller, in dem die Landesregierung tagte, und erklärte die Reichsregierung für abgesetzt.

Am nächsten Morgen marschierten Hitler und Ludendorff mit Tausenden von Anhängern zur Feldherrnhalle, um die Machtergreifung zu demonstrieren. Doch der „Bierhallenputsch“ wurde von der Polizei mit brutaler Gewalt gestoppt – 20 Menschen wurden erschossen.

So scheiterte der „Hitler-Putsch“ drei Jahre nach der Gründung der NSDAP im November 1923, Hitler wurde vom Münchner Volksgerichtshof wegen Hochverrats sehr milde mit nur fünf Jahren Festungshaft bestraft.

Königsplatz – „wie der Plattensee“

Königsplatz 9. Nov 1935 – Quelle: Bayerische Staatsbibliothek/Bildarchiv

 Der zentrale Platz der Münchner Maxvorstadt ist geprägt von der Harmonie dreier klassizistischer Bauten: Leo von Klenze (1784-1864) baute die Glyptothek und Propyläen, Georg Friedrich Ziebland (1800-1873) die Antikensammlung.

Nach der „Machtergreifung“ 1933 ließ Adolf Hitler (1889-1945) den Platz von seinem Architekten Paul Ludwig Troost (1878-1934) zum Zentrum der NSDAP und zur Weihestätte des Nationalsozialismus umgestalten.

Auch der Königsplatz wurde mit 22.000 Granitplatten (Seitenlänge je 1 Meter) belegt (Spitzname „Plattensee“). Der Königsplatz, ursprünglich der Kunst gewidmet, diente fortan als Bühne für den pseudoreligiösen Kult und dessen Inszenierung.

Bücherverbrennung auf dem Königsplatz – „Der Geist in Flammen“ …

 In München gab es zwei Bücherverbrennungen während der „Aktion wider den undeutschen Geist„. Bereits am 6. Mai 1933 wurden beim ersten Brand auf Initiative der Hitlerjugend Bücher verbrannt.

Vier Tage später, am 10. Mai 1933, fand die Aktion der Studentenschaft statt, beginnend mit einer Kundgebung im Lichthof der Universität.  Anschließend marschierten die Studenten in einem langen Festzug mit mehreren Musikgruppen zum Königsplatz. Ihr Weg war gesäumt von Schaulustigen und Lichtern in den Fenstern.

Auf dem Königsplatz erlebten dann rund 70.000 Menschen die Bücherverbrennung, die mit dem Lied „Burschen raus“ eröffnet wurde.

Platz der Opfer des National Sozialismus

In einem symbolischen Kerker brennt eine ewige Flamme als Zeichen der Freiheit.
Platz der Opfer des Nationalsozialismus
Source: Heidelberger Zement.de

Während des Krieges wurde das ehemalige Friedrich-Schiller-Denkmal an gleicher Stelle durch Bomben zerstört. Heute sind der Platz selbst und das 1985 hier errichtete Mahnmal den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet.

In einem symbolischen Kerker brennt eine ewige Flamme als Zeichen der Freiheit. So symbolisiert es nicht zuletzt die Hoffnung, die auch in den dunkelsten Zeiten besteht.

Schräg gegenüber befand sich das Wittelsbacher Palais, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Im Dritten Reich hatte die Gestapo in diesem Palais ihr Hauptquartier und betrieb dort auch ein Foltergefängnis; weitere repräsentative Einrichtungen der NSDAP befanden sich in der Nähe.

„Führer-Gebäude“

Führer Gebäute
Führerbau in tektonische Architektur

 Im Herbst 1933 wurde mit dem Bau des Führerbaus begonnen – ohne Baugenehmigung. Damals wagte es die Stadt München noch, die Einstellung der ungenehmigten Bauarbeiten zu fordern. Der Führerbau wurde zusammen mit dem Verwaltungsgebäude und den Ehrentempeln nach Plänen des Architekten Paul Ludwig errichtet.

Das Gebäude wurde hauptsächlich für Repräsentationszwecke genutzt. Hier befanden sich Hitlers Büro (Mittelbalkon) und die Arbeitsräume seiner Stellvertreter. Auf dem Bild sieht man noch die Löcher für die Anbringung des Reichsadlers über Hitlers Zimmer.

Am 30. November 1938 wurde das Münchner Abkommen geschlossen und von den Regierungschefs Adolf Hitler, Neville Chamberlain, Édouard Daladier und Benito Mussolini im Führerbau in München unterzeichnet. Das Abkommen sah vor, dass die Tschechoslowakei das Sudetenland an das Deutsche Reich abzutreten und innerhalb von zehn Tagen zu räumen hatte.

Haus der (Deutschen) Kunst

Haus der (deutschen) Kunst

München sollte die Rolle der Kunstmetropole im „Dritten Reich“ spielen. Am 18. Juli 1937 wurde mit großem Pomp das „Haus der deutschen Kunst“ eröffnet – ein Tempel der NS-Kulturpolitik.

Was nicht in ihr Konzept passte, wurde am nächsten Tag unter dem diffamierenden Titel „Entartete Kunst“ ausgestellt.. Deutsche Kunst“ war nicht von bleibendem Wert, aber das Haus überstand den Krieg unbeschadet.

Noch zu Hitlers Zeiten nannte man die Arkade „Weißwurst-Boulevard“. Man sprach auch vom „Palazzo Kitschi“ (Spitzname) oder dem „Güterbahnhof Athen“. Überwältigende Architektur, damit sich die Besucher klein fühlen. 

„Stadt für 1000 Jahre“  –  Luftgaukommando Süd

Prinzregenten Denkmal
Luftgaukommando Süd

Idee und Ausführung waren der Beginn einer totalen Umgestaltung der Prinzregentenstraße zur wichtigsten West-Ost-Achse der künftigen „Stadt der Tausend Jahre„, die von der zur Durchgangsstraße ausgebauten Von-der-Tann-Straße bis zum Autobahnanschluss am Vogelweideplatz geplant war.

Ein Parkplatz für mindestens tausend Fahrzeuge musste dem Prinzregenten-Denkmal und dem Hubertus-Brunnen weichen. (Der Hubertusbrunnen befindet sich heute am östlichen Ende des Nymphenburger Kanals in Neuhausen, am sogenannten Kessel.)

Der Einsatz der „Legion Condor“ in Spanien wurde von hier aus gesteuert. Aufträge für den Bau von Militärflugplätzen und Flugzeugfabriken wurden hier vergeben. Und auch die Höhen- und Unterkühlungsversuche mit Dachauer KZ-Häftlingen in Fliegeruniformen sollen von hier aus gesteuert worden sein.

Nacht der Amazonen – wichtige Propaganda (damals im Schloss Nymphenburg)

Initiiert wurde das Spektakel von Christian Weber – Jäger aus Leidenschaft, passionierter Pferdezüchter und einer der brutalsten Nazi-Funktionäre in der „Hauptstadt der Bewegung“. Als Freund Hitlers war er erst Mitglied der SA, dann der SS und schaffte es vom einfachen Mitglied bis zum Stadtrat und Präsidenten des Münchner Stadtrats. Er erfand den „Festsommer 1936„.

Die Veranstaltung sollte besser, wichtiger, schöner werden als die pompöse Royal Race Week in Ascot, England.

Tatsächlich bekamen die 15.000 zahlenden Besucher am Abend des 27. Juli 1936 endlich ein richtiges Spektakel geboten. „Über hundert fast nackte Mädchen nahmen teil, 700 Pferde, 2000 Schauspieler und Statisten, darunter viele SS-Wachen, gekleidet in romantische Kostüme des 17. Jahrhunderts. Am Ende jeder Nacht gab es ein ausführliches Feuerwerk, zu dem viele Münchner, die keine teuren Karten für die eigentliche Veranstaltung ergattert hatten, ins Schloss Nymphenburg strömten. Die Kosten für den Festivalsommer und die Amazonennächte waren gigantisch.

Für alle Veranstaltungen zusammen beliefen sich die Kosten auf umgerechnet sechs Millionen Euro.

Doch Geld spielte keine Rolle, wenn die NS-Führung eine Möglichkeit sah, das Volk von ihren Machenschaften abzulenken. Die Amazonennächte waren als Leistungsschau eines „Neuen Deutschlands“ gedacht. Sie waren eine Gelegenheit, Nacktheit und weibliche Attraktivität unter dem Vorwand der antiken Mythologie zu inszenieren.

Widerstand im Nationalsozialismus

Es gab nur wenige Menschen, die sich gegen das Nazi-Regime stellten. Diese wenigen kamen aber aus allen gesellschaftlichen Schichten. Manche handelten als Einzelpersonen, manche als Mitglieder einer Gruppe. Die Aktionen reichten von kritischen Äußerungen über Protest bis hin zum aktiven politischen Widerstand.

Johann Georg Elser

Johann Georg Elser, ein Schreiner, war gegen die nationalsozialistische Politik. Im Herbst 1938, als ein Krieg in Europa nur noch durch das Münchner Abkommen verhindert werden konnte, entschloss er sich zu einem Sprengstoffanschlag, um die NS-Führung auf diese Weise zu beseitigen.

Am 8. November 1939, um 21:20 Uhr, detonierte die Bombe. Die Explosion brachte die gesamte Decke der Halle zum Einsturz, tötete sieben Menschen und verletzte 60. Hätte der Mann, der das Ziel des Anschlags war, die Halle zu diesem Zeitpunkt nicht schon verlassen, wäre die Weltgeschichte anders verlaufen.

Stadtarchiv Crailsheim; Hans Scholl und Eugen Grimminger; Beide Unterstützer „Weiße Rose“

„Die weiße Rose“

Die „Weiße Rose“ ist heute die wohl bekannteste Widerstandsgruppe des Dritten Reiches. Den Kern der Gruppe bildeten die Geschwister Sophie und Hans Scholl, Christoph Probst, Willi Graf, Alexander Schmorell und Professor Kurt Huber.

Zwischen 1942 und 1943 verteilte die Gruppe sechs Flugblätter, die zum Widerstand gegen das NS-Regime aufriefen. Die sechs bezahlten ihren Mut und ihre Entschlossenheit zum Widerstand gegen die Nazi-Diktatur mit ihrem Leben.

Dauer:ca. 4 Stunden

Option

Konzentrationslager Dachau – Wichtiger Teil des Systems

KZ Dachau Tor
Tor zum Konzentrationslager Dachau

Auf Befehl des Chefs der Politischen Polizei in Bayern und Polizeipräsidenten von München, Heinrich Himmler, wurde am 22. März 1933 in der Nähe von Dachau ein Konzentrationslager, ursprüngliches Kürzel „KL“ für männliche Häftlinge, eingerichtet. Als Standort wählte die SS dafür das Gelände einer Pulver- und Munitionsfabrik, und schon am selben Tag trafen die ersten Häftlinge im KZ ein.

Gegner des NS-Regimes, Kommunisten, engagierte Christen, Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle – für alle, die ihnen nicht gefielen, wussten die Nazis gleich nach der Machtergreifung, wohin sie sie stecken sollten: in ein Konzentrationslager.

Die Konzentrationslager stellten das zentrale Herrschaftsinstrument des nationalsozialistischen Regimes dar. Unmittelbar nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten begann der offene Terror gegen die politische Opposition. Gesetzliche Grundlage dafür war der „Reichstagsbrand-Erlass“ vom 28. Februar 1933, mit dem politische Gegner des Regimes zum „Schutz von Volk und Staat“ „vorbeugend verhaftet“ und inhaftiert werden konnten.

Allein im März und April 1933 wurden rund 35.000 Menschen von Polizei, Sturmabteilung (SA) und Schutzstaffel (SS) in „Schutzhaft“ genommen und waren damit der staatlichen Willkür ohne jeden rechtlichen Beistand ausgeliefert.

(Erst) Im Mai 1965 eröffnete die KZ-Gedenkstätte Dachau mit ihrer ersten dokumentarischen Ausstellung.

Dauer:Zusätzlich ca. 3 Stunden inkl. Autorisierten Guide

Viel Freude