Gruppe Schuplattler in akrobatischer Aktion in den Bergen

Schuhplatteln – eine bayerische Tradition

Brauchtum
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Auf Zeltfesten, an Kirchtagen, bei Folkloreveranstaltungen und Dorffesten: die Schuhplattler dürfen nicht fehlen und machen bei jeder Gelegenheit eine gute Figur. Sie springen, platteln, klatschen, juchzen, drehen sich im Kreis und machen lautstark auf sich aufmerksam.

Ursprung

Steinskulputur als zeichen wie alles begann
Wie alles begann…

Der Name Schuhplattler stammt nachweislich etwa aus der Mitte des 19.Jahrhunderts, ist aber erstmals von einem Mönch des Klosters Tegernsee in ähnlicher Form 1050 in der Ritterdichtung „Ruodlieb“ erwähnt. Darin wird ein dörflicher Tanz beschrieben wobei die Schilderung von Sprung und Handgebärde im Tanz auf die frühe Form des Schuhplattlers hinweist.

Der Schuhplattler gehört zweifellos zu den markantesten bayerischen Ausdrucksformen. Das Wort Schuhplattler ist von der Tanzweise her abgeleitet, da der Tänzer mit den Händen auf die Schuhe (richtiger auf die Schuhsohlen) schlägt. Seine Erfinder war die einfache Bevölkerung: Bauern, Jäger und Holzknechte, die diesen Ausdruckstanz in Anlehnung an das Balzverhalten des Auerhahns schufen und so ihr „Deandl“ umwerben wollten.

Das Schuhplatteln war in früheren Jahrhunderten ein klassischer Werbetanz: der Tänzer zeigte mit Hüpfen, Drehen und Platteln sein akrobatisches Können und wollte damit die Tänzerinnen für sich gewinnen. Nehmen Sie beispielsweise seinerzeit den einfachen Holzarbeiter, dessen (Arbeits-)kraft sein ganzer Stolz war, und diese Kraft auch vorführen zu wollen. Es galt eine ausgewogene Mischung aus Musikalität, Körperbeherrschung, Schnellkraft und tänzerischer Präzision zu demonstrieren.

Geschichtliches

Geschichtliches in alten Büchern im Regal
Geschichtliches in alten Büchern

Als 1838 die Kaiserin von Russland in Wildbad Kreuth zur Kur weilte, wurde sie von Einheimischen mit einer Tanzvorführung geehrt, die dem Schuhplattler schon sehr nahekam. Der Bursch konnte sich während des Tanzes nach freiem Ermessen zur Landlermelodie bewegen, Figuren zeigen, springen und platteln, während sich sein Dirndl weiter im Takte drehte und erst zum Rundtanz von ihm eingeholt wurde.

Am 15.Juli 1858 wurde im Oberland ein Schuhplattler anlässlich einer Reise von König Max II. durch das bayerische Gebirge aufgeführt. 1861 hat sich zum Zweck des Schuhplattelns in Miesbach ein „Gemütlichkeitsverein“ gegründet der sich 1866 in „Schuhplattler-Gesellschaft“ umbenannte. Allgemein, wo immer der Schuhplattler gepflegt wird oder zu sehen ist, wird mit ihm unmittelbar bayerisches Brauchtum und urtümliche Lebensfreude verknüpft.

In den ländlichen Gegenden in Tirol und Oberbayern folgte man frei der Musikalität, dem Rhythmus und dem eigenen Bewegungsdrang. Die Grundform ist der Ländler, der Anfang des 18.Jahrhunderts von Österreich nach Bayern kam. Nach dem Wiener Kongress (1815) gewinnt der Schuhplattler immer mehr an Boden.

Die Figuren sind von Ort zu Ort verschieden und neue werden hinzugefügt.

Letztlich entdeckten im bayrischen Oberland einige Burschen die Publikumswirksamkeit des Schuhplattlers. Langsam wandte sich die Bedeutung des Schuhplattlers vom Werbetanz zum Schautanz.

Schuhplattler als Show Act bei Veranstaltungen

Die beliebte bayerische Ausdrucksform zeichnet sich besonders durch das Schlagen auf Oberschenkel und Schuhe zur Landlermelodie aus. Hierbei gibt es regionale Unterschiede. Dieser Traditionstanz wird von Niederbayern bis Osttirol, sowie verschiedene Tänze wie beispielsweise Schlogplattler, Marschplattler, Holzhacker oder Bankerltanz. Schuhplatteln sind hier ein Schautanz, den internationale Gäste als Show Act bei Veranstaltungen wie einer Messe begeistert filmen.

Regionale Unterschiede

Es gibt etwa 150 unterschiedliche Schuhplattlertänze. Das Gebiet zwischen Königsee im Osten und Bodensee im Westen, zwischen Donau im Norden und Tiroler Grenze im Süden, in welchen der Schuhplattler bodenständig ist, lassen sich noch landschaftliche Unterschiede feststellen.

Der Raum südöstliches Oberbayern, etwa von Rosenheim bis Bad Reichenhall, sieht man mehr das exakte, strenge Schuhplatteln mit lautem Schlag und aufrechter Haltung. Im Gebiet des Oberland und dem restlichen Südbayern dagegen ist mehr das gemütliche Schuhplatteln auf dem Absatz und mit runderen, lockeren Schlägen zuhause.

Bei nicht wenigen Völkern vereint der landesübliche Tanz die beschriebenen Attribute in geradezu idealer Weise. Gemeinhin wird mit dem „Samba“ und „Pasa Doble“ südamerikanische Begeisterungsfähigkeit, mit dem „Sirtaki“ griechische Gastfreundschaft und mit dem „Czardasz“ das ungarisches Temperament gleichgesetzt.

Welt-Rekord fürs Guinness-Buch

Kohle mit Schriftzug Rekord
„Rekord“ für das Guinness Buch

Der Weltrekord im Schuhplatteln ist zurück in Bayern. Genauer gesagt nach Antdorf, eine Gemeinde im Kreis Weilheim-Schongau südlich der Osterseen. 1312 Trachtler plattelten sich am Vatertag 2019 ins Guiness Buch der Rekorde. Sie klauten sich damit den bestehenden Rekord von 1296 Plattlern von den Österreichern zurück nach Bayern.

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