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Kartfahren als Rollstuhlfahrer: Michis erstes Mal im E-Kart

Mein erstes Mal Kartfahren als Rollstuhlfahrer

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geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Manchmal weiß man erst, ob etwas geht, wenn man es einfach ausprobiert.

Ich liebe Action, Geschwindigkeit und Abenteuer. Trotzdem gibt es Dinge, bei denen ich mich als Rollstuhlfahrer zunächst frage: Kann ich das überhaupt machen?

Kartfahren gehörte für mich lange genau in diese Kategorie.

Vor Kurzem hatte ich endlich die Gelegenheit, es gemeinsam mit Ersen auszuprobieren, der ebenfalls im Rollstuhl sitzt. Ich war vorher ziemlich gespannt – und auch ein bisschen skeptisch. Denn beim klassischen Kart werden Gas und Bremse mit den Füßen bedient. Meine größte Frage war deshalb: Reicht meine Kraft aus, um das Kart sicher zu beschleunigen und vor allem zuverlässig zu bremsen?

Vom Rollstuhl ins E-Kart

Wir entschieden uns für ein E-Kart. Nachdem ich Platz genommen hatte (hier mussten mir zwei hilfsbereite Mitarbeiter der Kart-Bahn helfen), ging es zunächst darum, vorsichtig ein Gefühl für Gas, Bremse und Lenkung zu bekommen.

Und dann kam dieser großartige Moment: Es funktioniert!

Schon nach den ersten Runden wurde ich immer sicherer. Die anfängliche Unsicherheit war schnell vergessen. Stattdessen hieß es plötzlich: Gas geben, Kurve anbremsen, einlenken – und wieder beschleunigen.

Das direkte Fahrgefühl, die Geschwindigkeit und die engen Kurven haben unglaublich viel Spaß gemacht.

Zwei Rollstuhlfahrer auf der Rennstrecke

Besonders schön war, dass ich dieses Erlebnis mit Ersen, der ebenfalls auf einen Rollstuhl angewiesen ist, teilen konnte. Natürlich dauerte es nicht lange, bis aus den ersten vorsichtigen Runden ein kleines Rennen wurde.

Wer bremst später? Wer erwischt die bessere Linie? Und wer kommt schneller aus der Kurve?

Wir hatten dabei vor allem eines: richtig viel Spaß.

Für mich war das viel wichtiger als irgendeine Rundenzeit. Wir konnten gemeinsam etwas erleben, bei dem ich vorher überhaupt nicht sicher gewesen war, ob es für mich möglich sein würde.

Kartfahren mit Rollstuhl – geht das?

Meine Erfahrung zeigt: Ja, es kann funktionieren.

Allerdings ist eine wichtige Voraussetzung, dass man Gas und insbesondere die Bremse sicher bedienen kann. Bei mir funktioniert das trotz meiner körperlichen Einschränkung mit dem Fuß ausreichend gut.

Das bedeutet natürlich nicht, dass klassisches Kartfahren für jeden Rollstuhlfahrer geeignet ist. Die körperlichen Voraussetzungen sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Auch das Ein- und Aussteigen aus dem Kart und die jeweiligen Bedingungen der Kartbahn sollte man vorher individuell abklären.

Aber genau deshalb lohnt es sich, nachzufragen und Möglichkeiten auszuprobieren, anstatt von vornherein davon auszugehen, dass etwas nicht geht.

Einfach mal ausprobieren

Für mich war dieser Tag mehr als nur ein paar schnelle Runden auf der Kartbahn.

Es war wieder einmal die Erfahrung, dass eine vermeintliche Grenze nicht automatisch eine tatsächliche Grenze sein muss.

Natürlich gibt es Dinge, die mit einem Rollstuhl schwieriger sind oder schlicht nicht funktionieren. Aber manchmal braucht es nur die passende Gelegenheit, ein wenig Unterstützung und den Mut, etwas Neues auszuprobieren.

Und manchmal sitzt man dann plötzlich im E-Kart, fährt mit einem breiten Grinsen durch die nächste Kurve und fragt sich nur noch: Warum habe ich das eigentlich nicht schon viel früher gemacht?

Michi – SBS Fahrdienst München

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